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Verkehrsunfall


Bei Beteiligung an einem Verkehrsunfall ist es wichtig, die eigenen Ansprüche und Rechte genau zu kennen. Dies gilt auch für die bestehenden Verpflichtungen nach einem Unfall.

In Deutschland ist die Unfallschadenregulierung bei Unfällen mit Kraftfahrzeugen vom Pflichtversicherungssystem und einer verschuldensunabhängigen Haftung geprägt. Im Bereich der Versicherungswirtschaft gibt es ein ausgeprägtes Schadenmanagement, welches den Eindruck erweckt, man bräuchte sich als Geschädigter um nichts kümmern und auch niemanden Fachkundigen, z.B. einen Rechtsanwalt, hinzuziehen.

Tatsächlich sollte jedoch in den meisten Fällen ein Rechtsanwalt beteiligt werden. Nur ein fachkundiger Anwalt kann die Ansprüche der Geschädigten umfassend prüfen und bei den beteiligten Versicherungen durchsetzen. Für Geschädigte ist die Einschaltung eines Rechtsanwalts in der Regel risikolos. Der Anwalt berechnet seine Gebühren gewöhnlich nur aus dem Betrag, den er tatsächlich durchsetzt. Außerdem gehören Rechtsanwaltskosten mit zum Unfallschaden, so dass in den meisten Fällen eine Erstattung durch die Haftpflichtversicherung erfolgt. Dies hat für Geschädigte den Vorteil, dass es anwaltlichen Beistand ohne Zusatzkosten gibt.

Bei einer Mitschuld am Unfall und einer bestehenden Vollkaskoversicherung lässt sich durch entsprechende Aufteilung des Schadens häufig ein vollständiger Schadensausgleich erreichen. Durch geschickte Verteilung der Ansprüche bei einem Körperschaden lässt sich ebenfalls häufig ein höherer Schadensausgleich durchsetzen.

Grundsätzlich sollte bei jedem Unfall mit Personenschaden die Polizei herbeigeholt werden. Bei reinem Sachschaden ist das eher nicht notwendig. Nur wenn keine eigene Möglichkeit der Dokumentation (Fotoapparat, Kamerahandy, Zeugen etc.) besteht, sollte eine Hinzuziehung der Polizei erfolgen. Bei Leih- oder Firmenwagen gibt es allerdings häufig eine vertragliche Verpflichtung, die Polizei zu rufen.

Grundsätzlich sollten vor Ort keine Schuldanerkenntnisse abgegeben werden. Der Unfall sollte, ebenso wie die Anschriften der möglicherweise vorhandenen Zeugen, sorgfältig dokumentiert werden. Hierzu zählen Bilder, Markierungen, Skizzen, Zeugenberichte etc.. Dies bezieht sich auch auf die Fahrzeugschäden am eigenen und am fremden Fahrzeug. Viele Unfälle lassen sich bereits anhand der Unfallschäden rekonstruieren. Bei Fotos ist ein Digitalfoto einem herkömmlichen Bild vorzuziehen.

Vermeintlich unschuldige Kraftfahrer neigen dazu, am Unfallort keine Angaben zur eigenen Versicherung machen zu wollen. Auf derartige Auseinandersetzungen sollte dann keine gesteigerte Energie verwendet werden. Für die Unfallregulierung genügt in der Regel der Name des Fahrers und das Kennzeichen des Fahrzeugs.

Grundsätzlich ersetzt die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners die Kosten für ein notwendiges Schadengutachten. Es ist häufig, dass die Versicherung ein Gutachten in Auftrag gibt. Dies kann problematisch werden, soweit der Sachverständige geneigt ist, die Begutachtung zugunsten der Versicherung durchzuführen. Sinnvoller ist die Beauftragung neutraler Stellen, wie etwa der DEKRA und des TÜV oder eines anderen selbst gewählten Unternehmens.

Es ist wichtig, bei einem Unfall unverzüglich die eigene Haftpflichtversicherung zu informieren. Dies gilt auch dann, wenn man meint, nicht Schuld am Unfall zu sein. Die Verletzung dieser versicherungsrechtlichen Obliegenheit kann zum Regress des Versicherers führen.

In der Praxis kommt es häufiger zu kleinen Anstössen, bei denen an modernen Fahrzeugen äußerlich zunächst keine Beschädigung erkennbar ist. Dies sollte jedoch nicht dazu führen, die eigenen Verpflichtungen zur Unfallmeldung zu vernachlässigen. Tatsächlich stellt sich später häufig heraus, dass doch Schäden entstanden sind. Dann kann die Nichtmeldung des Schadens schnell zur Verkehrsunfallflucht in Verbindung mit einem Regress der Versicherung werden.