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Auskunftsansprüche


Beim Tod eines Angehörigen gibt es unterschiedliche Auskunftsansprüche. Der stärkste Anspruch steht im Zusammenhang mit dem Pflichtteilsrecht. Hier hat der Pflichtteilsberechtigte gegenüber dem Erben einen Auskunftsanspruch über den Bestand und die Zusammensetzung des Erbes und der zu Lebzeiten erhaltenen Schenkungen. Hierbei kann er auch die Errichtung eines durch einen Notar aufgenommenen Verzeichnisses verlangen. Der Anspruch erstreckt sich auch auf die Wertermittlung der im Nachlassverzeichnis aufzuführenden Gegenstände oder Immobilien. Hier sollte in der Regel eine Sachverständigenbegutachtung zur Bezifferung des Verkehrswertes erfolgen.

Erben untereinander haben lediglich Auskunftsansprüche, soweit sie selbst nicht Erbschaftsbesitzer sind. Der Erbschaftsbesitz wird durch die unmittelbare Verfügungsgewalt über den Nachlass gekennzeichnet. Wohnt beispielsweise einer der Miterben weit entfernt, wo hingegen beispielsweise ein Geschwisterteil im gleichen Haushalt mit dem Erben lebte, hat dieser entfernt wohnende Miterbe dann einen Auskunftsanspruch über den Bestand der Erbschaft.

Ansonsten haben Miterben untereinander lediglich Auskunftsansprüche, soweit einer von ihnen vom Erblasser Vollmachten erhalten hat und nach dem Auftragsrecht zur Auskunft auch gegenüber dem Erblasser verpflichtet war oder ein Miterbe als Erbschaftsbesitzer durch Anmaßung über den Erbteil benachteiligende Verfügungen getroffen hat. Ein weiterer Auskunftsanspruch besteht zwischen den Miterben im Hinblick auf ausgleichspflichtige Zuwendungen (Geschenke, die der Erblasser noch zu Lebzeiten überlassen hat).

Zur Vermeidung unnötiger kostenintensiver Auseinandersetzungen empfiehlt es sich daher, sowohl gegenüber dem Pflichtteilsberechtigten als auch gegenüber den schuldlos uninformierten Miterben Auskunft über den tatsächlichen Bestand der Erbschaft zu erteilen, soweit dies ohne weiteres möglich ist. Die Erteilung der Auskünfte hat zumeist noch nichts mit der noch folgenden Auseinandersetzung der Beteiligten zu tun. Hierüber kann sodann einvernehmlich beraten werden. Eine derartige Beratung setzt jedoch voraus, dass alle Beteiligten über die tatsächlich vorhandene Masse im Klaren sind.